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WordPress-Shop ablösen: was es kostet, was es spart

Ein Eventcaterer zahlte jeden Monat für Shop-Plugins, die sich nicht trugen. So lief der Umstieg auf eine eigene Seite mit Stripe — und worauf man dabei achten muss.

Ein Eventcaterer ist seit Jahrzehnten mit mobilem Kaffeeservice unterwegs. Die Website lief auf WordPress, dazu ein WooCommerce-Shop für Kaffee zum Mitnehmen. Das Problem war schlicht: Der Shop verkaufte weniger, als seine Plugins monatlich kosteten.

Zwei Dinge standen trotzdem fest. Die Domain bleibt — Jahrzehnte Onlinepräsenz sind bei Google bares Geld. Und verkauft wird weiter, aber nur noch das, was sich wirklich verkauft: die 1-kg-Tüten.

Die Rechnung: Fixkosten gegen Transaktionskosten

Plugin-Abos kosten jeden Monat, egal ob ein einziger Sack Kaffee rausgeht. Zahlungsanbieter ohne Grundgebühr berechnen dagegen nur, wenn tatsächlich bezahlt wird. Bei einem kleinen Sortiment ist das der entscheidende Unterschied.

AnbieterGrundgebührJe Zahlung
Stripe (gewählt)keinenur Transaktionsgebühr; Versandadresse und Versandkosten möglich
PayPalkeineca. 2,49 % + 0,35 €
Molliekeineca. 1,8 % + 0,25 €
SumUp19 € / Monatnur mit Abo günstig — deshalb verworfen

Stand der Recherche: Juni 2026. Konditionen ändern sich — vor der Entscheidung beim Anbieter prüfen.

Vor dem Abschalten: sichern, was man später braucht

Ein Shop lässt sich schnell abschalten und schwer zurückholen. Deshalb kam zuerst die Datensicherung:

  • Bestellungen, Kunden und Produkte als CSV-Export aus WooCommerce
  • ein vollständiges WordPress-Backup mit Seiteninhalten und Bildern
  • aufbewahrungspflichtige Rechnungsdaten getrennt archiviert — die braucht das Finanzamt noch Jahre, auch wenn der Shop längst weg ist

Was die neue Seite können muss

Die neue Seite ist statisch: kein WordPress, keine Datenbank, keine Plugin-Updates. Für den Verkauf reichen drei Bausteine:

  • Warenkorb im Browser, ohne Konto und ohne Anmeldung
  • Stripe-Checkout: Bezahlt wird auf der Bezahlseite von Stripe — Kartendaten berühren den eigenen Server nie
  • Bestätigung per Webhook: Stripe meldet die Zahlung, die Seite erzeugt die Rechnung als PDF und verschickt sie

Dazu kommt, was jeder Shop in Deutschland braucht: Impressum, Datenschutz, AGB, Widerrufsbelehrung — und bei Versand von Verpackungen die Registrierung nach Verpackungsgesetz.

Sicherheit gleich mit

Wer ohnehin neu baut, sollte die typischen Einfallstore gleich schließen. In diesem Fall hieß das:

  • Formulare prüfen alle Eingaben auf dem Server, haben ein unsichtbares Fangfeld gegen Bots und nehmen höchstens fünf Anfragen in zehn Minuten pro Absender an
  • Mail-Kopfzeilen werden bereinigt, damit niemand über das Formular fremde Mails verschickt
  • HTTPS ist Pflicht, Sicherheits-Header (HSTS, CSP, X-Frame-Options) sind gesetzt, sensible Dateien gesperrt
  • Was für den Betrieb nicht gebraucht wird, liegt nicht auf dem Server

Und Google?

Damit der Umzug keine Sichtbarkeit kostet: kanonische Adressen auf die echte Domain, strukturierte Daten als lokales Unternehmen, eine Sitemap, eine eigene 404-Seite und Weiterleitungen für alle alten Adressen. Die Weiterleitungen sind der Teil, der am häufigsten vergessen wird — und der am meisten kostet, wenn er fehlt.

Für wen sich das lohnt

Der Umstieg lohnt sich, wenn ein Shop wenige Produkte hat und die laufenden Kosten den Ertrag auffressen. Er lohnt sich nicht, wenn Hunderte Artikel, Varianten und Lagerbestände gepflegt werden müssen — dafür ist ein Shopsystem das richtige Werkzeug. Die ehrliche Antwort hängt an einer Zahl: Was kostet der Shop Sie im Monat, bevor der erste Kunde bezahlt?